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Vom Tresen ins Netz: Wie ein Imbiss im Münchner Westen die Lieferung wagt

Viele kleine Imbisse überlassen die Lieferung großen Plattformen. Ein Dönerladen in Gröbenzell geht einen anderen Weg: eigener Shop, eng gezogenes Liefergebiet, klare Gebühren.

Vom Tresen ins Netz: Wie ein Imbiss im Münchner Westen die Lieferung wagt
Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Die häufigste Frage am Telefon war jahrelang dieselbe: Liefert ihr auch? Die Antwort lautete nein. Für viele kleine Imbisse ist das bis heute so, denn eine eigene Lieferung ist aufwendig, und die großen Plattformen verlangen Provisionen, die bei schmalen Margen schmerzen. Ein Dönerladen in Gröbenzell westlich von München hat sich trotzdem getraut, und zwar auf eigene Rechnung.

Kein Radius, sondern Postleitzahlen

Auffällig ist, wie das Liefergebiet entstanden ist. Statt einen Kreis um den Laden zu ziehen, wurden die Fahrzeiten zu mehreren Punkten je Ort gemessen. Heraus kamen neun Postleitzahlen von Gröbenzell über Puchheim, Olching und Eichenau bis nach Germering und in die Münchner Stadtteile Aubing und Pasing. Ein Teil von Aubing bleibt bewusst außen vor, weil die Strecke dorthin deutlich länger ist, als die Karte vermuten lässt. Die Begründung ist einfach: Ein Radius kennt keine Bahnübergänge, und am Rand des Kreises bekommt sonst jemand kaltes Essen.

Bestellt wird im eigenen Shop

Statt über eine Plattform läuft die Bestellung über einen eigenen Onlineshop. Auf amcas.de lassen sich Döner online bestellen und bei Bedarf zusammenstellen, einzelne Zutaten weglassen oder Soßen wählen. Die Liefergebühr beträgt 3,50 Euro, der Mindestbestellwert 20 Euro. Wie das Gebiet genau geschnitten ist, steht auf der Seite zur Döner-Lieferung im Münchner Westen.

Ein Trend bei kleinen Betrieben

Der Weg ist nicht ungewöhnlich, aber auch noch nicht die Regel. Immer mehr inhabergeführte Restaurants testen eigene Bestellwege, um unabhängiger von Provisionen zu werden und den direkten Kontakt zu Stammgästen zu halten. Der Aufwand ist höher, der Laden muss Fahrer organisieren, Zahlungen abwickeln und Beschwerden selbst beantworten. Dafür bleibt die Marge im Betrieb.

Die Geschichte hinter dem Namen

Der Name des Ladens geht auf eine Familiengeschichte zurück, die in Berlin-Kreuzberg beginnt. Amca bedeutet auf Türkisch Onkel. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet die Geschichte von Amca's Kebab auf der Website des Betriebs.

Ob sich die eigene Lieferung dauerhaft trägt, wird sich zeigen. Für die Gäste im Münchner Westen hat sich zumindest eine Antwort am Telefon geändert: Jetzt heißt sie ja.

Themen:Panorama
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