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Winter in Bayern: Was Autofahrer vor der ersten Fahrt in die Berge pruefen sollten

Mit dem ersten Schnee in den Alpen beginnt für viele Bayern die Saison der Wochenendfahrten. Eine Übersicht, was vor dem Losfahren geprüft werden sollte – vom Reifen über den Allradantrieb bis zur Ladeplanung beim Elektroauto.

Winter in Bayern: Was Autofahrer vor der ersten Fahrt in die Berge pruefen sollten
Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Wenn auf der Zugspitze der erste Schnee liegt, füllen sich wenig später die Parkplätze an den Liften zwischen Garmisch-Partenkirchen, Lenggries und Oberstdorf. Für viele Familien in Bayern beginnt damit die Zeit der Wochenendfahrten in die Berge. Die Anfahrt ist meist unproblematisch – bis zum ersten Wintereinbruch, wenn sich Ausflügler, Pendler und Lastwagen gleichzeitig auf glatten Bergstraßen bewegen. Wer sein Auto rechtzeitig vorbereitet, erspart sich Ärger und im Zweifel ein Bußgeld.

Reifen: Nur noch das Alpine-Symbol zählt

In Deutschland gilt keine Winterreifenpflicht nach Datum, sondern eine situative: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nur fahren, wer passende Reifen montiert hat. Seit Oktober 2024 erfüllen das ausschließlich Reifen mit dem Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Ältere Reifen, die nur die Kennzeichnung M+S tragen, reichen nicht mehr aus. Wer bei Schneeglätte mit falscher Bereifung erwischt wird, muss mit Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen; behindert oder gefährdet er andere, wird es teurer.

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern. Automobilclubs und Reifenhersteller empfehlen für den Winter jedoch mindestens vier Millimeter, weil die Lamellen darunter kaum noch greifen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Die Gummimischung härtet mit den Jahren aus, die DOT-Nummer an der Reifenflanke verrät die Produktionswoche.

Allradantrieb hilft beim Anfahren, nicht beim Bremsen

Im Voralpenland ist Allradantrieb weit verbreitet, und er hat handfeste Vorteile: Am verschneiten Hang, auf der steilen Hofeinfahrt oder mit Anhänger kommt ein Fahrzeug mit vier angetriebenen Rädern deutlich leichter in Bewegung. Physikalisch ändert sich beim Bremsen und in der Kurve aber wenig – dort entscheiden Reifen und Geschwindigkeit. Wer abwägen will, ob sich Allrad für das eigene Profil lohnt, findet eine nüchterne Abwägung im Ratgeber Quattro im bayerischen Winter: Wann Allrad lohnt.

Grundsätzlich gilt: Für Fahrten im Flachland und in der Stadt genügt ein gut bereifter Front- oder Hecktriebler. Wer regelmäßig ins Gebirge fährt, an einem Hang wohnt oder einen Wohnwagen zieht, profitiert spürbar vom Allradantrieb.

Elektroauto im Winter: Reichweite einplanen

Bei Elektroautos sinkt die Reichweite bei Frost, weil Heizung und Batteriekonditionierung Energie brauchen und die Zellen in der Kälte träger sind. Je nach Modell und Fahrweise sind Einbußen von einem Fünftel bis zu einem Drittel realistisch. Praktisch heißt das: Das Fahrzeug möglichst noch an der Wallbox vorheizen, solange es am Netz hängt, und auf der Hinfahrt einen Ladestopp mit Puffer einplanen statt mit dem letzten Prozent am Lift anzukommen. Schnellladesäulen entlang der A8, A95 und A96 sind inzwischen dicht genug, an Wochenenden aber zu Stoßzeiten oft belegt.

Checkliste vor der Abfahrt

Neben den Reifen lohnt ein Blick auf Scheibenwischer, Frostschutz im Scheibenwasser und die Batterie, die bei Verbrennern im Winter am häufigsten schlappmacht. In den Kofferraum gehören Eiskratzer, Handbesen, eine Decke und für Bergstrecken Schneeketten, die vorher einmal zur Probe aufgezogen wurden. Wo das Schild mit dem Schneekettensymbol steht, sind sie Pflicht.

Wer vor der Saison noch eine Inspektion oder den Räderwechsel braucht, sollte nicht bis zum ersten Schnee warten: Dann sind die Termine in den Werkstätten schnell vergeben. Eine Übersicht mit typischen Intervallen und Reifenfenstern für die Region bietet etwa die Seite zur Werkstatt in Garmisch-Partenkirchen.

Gelassen ankommen

Die meisten Unfälle auf winterlichen Bergstraßen passieren nicht wegen fehlender Technik, sondern wegen zu hoher Geschwindigkeit und zu kurzer Abstände. Wer früh losfährt, Reserven einplant und das Auto vorbereitet, kommt entspannt an – und hat mehr vom Tag im Schnee.

Themen:Panorama
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