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Warnstufen des Wetterdienstes: Wann aus Wetter Unwetter wird

Gelb, ocker, rot, violett: Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes folgen festen Schwellen. Hitze fällt dabei aus der Reihe.

Warnstufen des Wetterdienstes: Wann aus Wetter Unwetter wird
Die Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Wenn im Hochsommer Hitze und Gewitter zusammenfallen, stehen binnen Stunden halbe Landkarten in Warnfarben. Was diese Farben bedeuten, ist genau festgelegt.

Die vier Stufen

Der Deutsche Wetterdienst warnt in vier Stufen. Stufe 1 ist die Wetterwarnung in Gelb: Es kann ungemütlich werden, wer draußen ist, sollte es wissen. Stufe 2 in Ocker warnt vor markantem Wetter und rät, Vorkehrungen zu treffen. Stufe 3 in Rot ist die amtliche Unwetterwarnung — die erwartete Entwicklung gilt als sehr gefährlich, verbreitete Schäden sind möglich. Stufe 4 in Violett bleibt der Warnung vor extremem Unwetter vorbehalten: lebensgefährliche Lagen, schwere Zerstörungen.

Hinter jeder Stufe stehen Schwellenwerte für Windgeschwindigkeit, Regenmenge je Zeitraum, Hagelkorngröße oder Schneehöhe. Eine Warnung ist damit keine Stimmungsäußerung, sondern das Ergebnis eines Abgleichs zwischen Prognose und Katalog.

Warum die Warnung nur für die Gemeinde gilt

Warnungen werden kleinräumig ausgegeben, meist auf Ebene der Gemeinde oder des Kreises. Das liegt an der Natur der Gefahr: Eine Gewitterzelle ist wenige Kilometer breit, sie trifft einen Ort mit Orkanböen und lässt den Nachbarort trocken. Der Wetterdienst warnt deshalb für Flächen, in denen das Ereignis wahrscheinlich ist — nicht für Flächen, in denen es sicher eintritt. Wer nach einer roten Warnung trockenes Wetter erlebt, hat keine Fehlwarnung erlebt, sondern eine Zelle, die einige Kilometer daneben lag.

Hitze folgt einer eigenen Logik

Bei Hitze warnt der Dienst nur zweistufig; technisch belegt er dafür die Stufen 1 und 3. Die Schwelle für eine Hitzewarnung liegt bei einer gefühlten Temperatur von rund 32 Grad, für die Warnung vor extremer Hitze bei über 38 Grad.

Entscheidend ist dabei nicht die Zahl auf dem Thermometer. Die gefühlte Temperatur rechnet Luftfeuchte, Wind und Sonneneinstrahlung ein und liegt deshalb bei schwüler Luft deutlich über der gemessenen. Ein zweites Kriterium kommt hinzu: Warnungen setzen voraus, dass die Nacht kaum Abkühlung bringt. Denn gesundheitlich gefährlich wird Hitze vor allem dann, wenn dem Körper die Erholungsphase fehlt — der Grund, warum Hitzewarnungen sich ausdrücklich auch an Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser richten.

Was eine Warnung nicht leistet

Sie sagt nicht, wann genau es an einer bestimmten Adresse losgeht, und sie ersetzt keinen Blick auf den Radarfilm. Sie sagt: In diesem Gebiet ist mit einem Ereignis dieser Schwere zu rechnen, und zwar in diesem Zeitfenster. Alles Weitere bleibt Sache dessen, der draußen steht.