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Vereinssport: Das größte Ehrenamt des Landes

Ohne Vereine gäbe es in Deutschland kaum organisierten Sport. Ihre Struktur erklärt, warum Beiträge niedrig und Übungsleiter knapp sind.

Die Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Der organisierte Sport in Deutschland ist im Kern ein Vereinswesen. Zehntausende eingetragene Vereine bilden die Basis, darüber stehen Landesfachverbände, Spitzenverbände und der Deutsche Olympische Sportbund. Kommerzielle Anbieter wie Fitnessstudios stehen daneben, nicht darin.

Warum Beiträge so niedrig sind

Ein Verein ist rechtlich ein Zusammenschluss von Mitgliedern, kein Dienstleister. Trainingsbetrieb, Vorstandsarbeit, Platzpflege und Turnierorganisation werden überwiegend unentgeltlich geleistet; Sportstätten stellen häufig die Kommunen. Deshalb liegen Jahresbeiträge oft in einer Größenordnung, die ein kommerzieller Anbieter im Monat verlangt.

Steuerlich sind gemeinnützige Vereine begünstigt. Für Übungsleiter und Ehrenamtliche existieren Pauschalen, bis zu denen Aufwandsentschädigungen steuer- und abgabenfrei bleiben.

Wo es hakt

Drei Engpässe werden in Befragungen regelmäßig genannt: fehlende Übungsleiterinnen und Übungsleiter, unbesetzte Vorstandsämter und der Zustand der Sportstätten. Der Sanierungsstau bei Hallen und Bädern reicht in vielen Kommunen über Jahre; Schließungen treffen zuerst den Breitensport, weil Wettkampfbetrieb Priorität bekommt.

Hinzu kommt eine Verschiebung im Freizeitverhalten: Bindung an einen Verein über Jahre steht in Konkurrenz zu flexibleren Angeboten. Die Mitgliederzahlen insgesamt sind dennoch bemerkenswert stabil, mit Verschiebungen zwischen den Sportarten.

Was Vereine leisten, das nicht im Sport steht

Vereine sind Integrationsorte, Betreuungsangebot am Nachmittag und häufig der einzige Ort in einer Gemeinde, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Einkommen regelmäßig zusammenkommen. In Studien zum sozialen Zusammenhalt taucht die Vereinsdichte deshalb als eigener Faktor auf.

Einstieg

Wer helfen will, muss keine Sportlerin sein: Kassenführung, Öffentlichkeitsarbeit, Fahrdienste und Turnierorganisation sind ebenso gefragt wie Trainerlizenzen. Die Ausbildung zur Übungsleiterin läuft über die Landessportbünde und ist in der Regel bezuschusst.