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Organspende: Wie es in Deutschland geregelt ist

Deutschland setzt auf die ausdrückliche Zustimmung. Der Ablauf von der Feststellung des Todes bis zur Vermittlung ist streng geregelt.

Die Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

In Deutschland gilt die Entscheidungslösung: Eine Organentnahme ist nur zulässig, wenn die verstorbene Person zugestimmt hat oder — wenn keine Erklärung vorliegt — die Angehörigen nach deren mutmaßlichem Willen entscheiden. Ein Widerspruchsmodell, wie es mehrere europäische Länder kennen, wurde im Bundestag mehrfach diskutiert und bislang nicht eingeführt.

Der Organspendeausweis und das Register

Die Erklärung kann in einem Organspendeausweis, in einer Patientenverfügung oder im bundesweiten Organspende-Register hinterlegt werden. Sie ist jederzeit widerrufbar, an keine Form gebunden und kann auf einzelne Organe beschränkt werden. Der wichtigste praktische Rat lautet unabhängig von der Entscheidung: sie festhalten und mit den Angehörigen besprechen — sonst tragen diese die Last der Entscheidung in einer Ausnahmesituation.

Voraussetzung: der irreversible Hirnfunktionsausfall

Eine Entnahme kommt nur infrage, wenn der vollständige und endgültige Ausfall der Hirnfunktionen festgestellt wurde, während Kreislauf und Beatmung maschinell aufrechterhalten werden. Die Feststellung erfolgt unabhängig voneinander durch zwei qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte, die weder an der Entnahme noch an der Übertragung beteiligt sein dürfen. Das Verfahren ist in Richtlinien detailliert festgelegt und umfasst klinische Untersuchungen sowie apparative Zusatzdiagnostik.

Vermittlung

Die Koordination in Deutschland liegt bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation, die Vermittlung erfolgt über Eurotransplant, einen Verbund mehrerer europäischer Länder. Zugeteilt wird nach medizinischen Kriterien wie Dringlichkeit, Erfolgsaussicht und Wartezeit sowie nach Übereinstimmung von Blutgruppe und Gewebemerkmalen — nicht nach Wohnort oder Versicherungsstatus.

Lebendspende

Nieren und Teile der Leber können zu Lebzeiten gespendet werden. Zulässig ist das nur unter nahestehenden Personen, nach Prüfung durch eine unabhängige Kommission, die insbesondere ausschließen soll, dass Druck oder Bezahlung im Spiel sind.

Die Zahlenlage

Die Zahl der Spenden liegt in Deutschland seit Jahren unter der vieler Nachbarländer, während mehrere tausend Menschen auf ein Organ warten. Als Gründe gelten neben der Zustimmungsregel auch Abläufe in den Kliniken; Transplantationsbeauftragte in Entnahmekrankenhäusern sollen hier ansetzen.