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Kurzarbeitergeld: Wer es bekommt und wie es berechnet wird

Kurzarbeit hat in mehreren Wirtschaftskrisen Entlassungen verhindert. Die Voraussetzungen sind klar geregelt — und häufig missverstanden.

Die Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung. Es gleicht einen Teil des Verdienstausfalls aus, wenn Betriebe die Arbeitszeit vorübergehend reduzieren müssen, statt Personal zu entlassen.

Voraussetzungen

Erforderlich ist ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall, der auf wirtschaftliche Gründe oder ein unabwendbares Ereignis zurückgeht, vorübergehend und unvermeidbar ist. Der Betrieb muss den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit anzeigen; die Arbeitszeitverkürzung selbst muss arbeitsrechtlich zulässig sein, also auf einer Betriebsvereinbarung, einer tariflichen Regelung oder einer Zustimmung der Beschäftigten beruhen.

Ein Mindestanteil der Beschäftigten muss von einem Entgeltausfall betroffen sein. Diese Schwelle wurde in Krisenzeiten mehrfach vorübergehend abgesenkt, ebenso wie andere Zugangsvoraussetzungen — ein Beispiel dafür, dass die Konditionen des Instruments politisch nachjustiert werden.

Die Berechnung

Ersetzt wird ein Anteil der Nettoentgeltdifferenz, also des Unterschieds zwischen dem Entgelt ohne und mit Arbeitsausfall. Für Beschäftigte mit Kind gilt ein höherer Satz. Viele Tarifverträge sehen zusätzlich eine Aufstockung durch den Arbeitgeber vor.

Die Leistung wird vom Betrieb berechnet, ausgezahlt und anschließend erstattet. Für die Beschäftigten bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen, einschließlich Kündigungsschutz und Sozialversicherung.

Wirkung und Kritik

Ökonomisch ist der Nutzen gut belegt: Betriebe behalten eingearbeitete Fachkräfte, Haushalte behalten einen Teil ihres Einkommens, der Arbeitsmarkt bricht nicht ein. In der Finanzkrise und in der Pandemie gilt das Instrument als ein Grund für die vergleichsweise stabile Beschäftigung.

Kritisch diskutiert werden Mitnahmeeffekte und die Frage, ob Kurzarbeit den Strukturwandel verzögert, wenn sie über lange Zeiträume Arbeitsplätze in Branchen sichert, deren Geschäftsmodell dauerhaft unter Druck steht. Die Regeln zur Bezugsdauer versuchen, zwischen beidem eine Grenze zu ziehen.

Für Betroffene ist der wichtigste praktische Hinweis: Ansprüche und Fristen laufen über den Betrieb, nicht über einen eigenen Antrag der Beschäftigten.