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ETF: Was Indexfonds sind — und was nicht

ETFs gelten als einfache Geldanlage. Einfach ist vor allem der Kauf; die Eigenschaften dahinter sind es weniger.

ETF: Was Indexfonds sind — und was nicht
Die Redaktion
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Ein ETF ist ein Investmentfonds, der fortlaufend an der Börse gehandelt wird und in aller Regel einen Index nachbildet. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund und sagt zunächst nur etwas über die Handelbarkeit aus, nicht über den Inhalt.

Sondervermögen, aber kein Kapitalschutz

Das Fondsvermögen ist rechtlich Sondervermögen und damit vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Geht der Anbieter insolvent, gehört das Depot weiterhin den Anlegerinnen und Anlegern. Diese Sicherung betrifft ausschließlich den Insolvenzfall — sie schützt nicht vor Kursverlusten. Fällt der Index, fällt der ETF im gleichen Maß.

Wie der Index nachgebildet wird

Bei physischer Replikation kauft der Fonds die enthaltenen Wertpapiere, entweder vollständig oder in einer optimierten Auswahl. Bei synthetischer Replikation wird die Indexrendite über ein Tauschgeschäft mit einer Bank abgebildet; dabei entsteht ein Kontrahentenrisiko, das durch Sicherheiten begrenzt, aber nicht beseitigt wird. Für breite, gut handelbare Märkte ist die physische Variante der Regelfall.

Was der Fonds kostet

Die laufenden Kosten werden als Gesamtkostenquote ausgewiesen und direkt im Fondsvermögen verrechnet. Aussagekräftiger ist die Tracking-Differenz: der tatsächliche Rückstand gegenüber dem Index über ein Jahr. Sie kann niedriger ausfallen als die Kostenquote, etwa durch Erträge aus Wertpapierleihe, und höher, wenn die Nachbildung ungenau ist. Hinzu kommen Handelskosten: die Ordergebühr des Brokers und die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, die außerhalb der Haupthandelszeiten der zugrunde liegenden Börsen größer wird.

Ausschüttend oder thesaurierend

Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden und Zinsen aus, thesaurierende legen sie wieder an. In Deutschland unterliegen thesaurierende Fonds der Vorabpauschale: Ein rechnerischer Mindestertrag wird jährlich besteuert und beim späteren Verkauf angerechnet. Für Aktienfonds gilt zudem eine Teilfreistellung von 30 Prozent der Erträge. Die Wahl zwischen beiden Varianten ist damit weniger eine Rendite- als eine Liquiditäts- und Verwaltungsfrage.

Breit heißt nicht gleichmäßig

Weltweit anlegende Indizes gewichten nach Marktkapitalisierung. Das führt dazu, dass ein einziges Land und wenige sehr große Unternehmen einen erheblichen Anteil ausmachen. Ein Welt-ETF ist also breit gestreut, aber nicht gleich verteilt — wer eine andere Aufteilung will, muss sie bewusst herstellen.

Was ETFs nicht leisten

Sie liefern keine garantierte Rendite, sie schützen nicht vor Kursrückgängen, und sie machen den Anlagehorizont nicht kürzer. Ihr eigentlicher Vorteil ist struktureller Natur: niedrige laufende Kosten, hohe Transparenz über den Inhalt und die Möglichkeit, mit kleinen Beträgen regelmäßig zu investieren. Ob das zur eigenen Situation passt, hängt an Anlagedauer, Risikotragfähigkeit und daran, ob das Geld im Rückschlag liegen bleiben kann.