DFB-Pokal: Wie die erste Runde funktioniert
Die erste Pokalrunde bringt Regionalligisten gegen Bundesligisten. Dass das kein Zufall ist, liegt am Auslosungsverfahren.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Wenn ein Klub aus der fünften Liga gegen einen Bundesligisten antritt und dabei zu Hause spielt, ist das keine glückliche Fügung, sondern das Ergebnis eines festen Verfahrens. Der DFB-Pokal ist so konstruiert, dass genau diese Begegnungen entstehen.
Wer teilnimmt
Am Wettbewerb nehmen 64 Mannschaften teil. Gesetzt sind die 36 Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Hinzu kommen die vier bestplatzierten Mannschaften der 3. Liga aus der Vorsaison. Die übrigen Plätze gehen an den Amateurbereich: die Sieger der Landespokalwettbewerbe der Landesverbände, ergänzt um zusätzliche Startplätze für die mitgliederstärksten Verbände.
Der Landespokal ist damit für unterklassige Vereine der eigentliche Weg in den Wettbewerb — und wirtschaftlich oft die wichtigste Saison überhaupt.
Zwei Töpfe, ein Prinzip
Für die erste Runde werden zwei Lostöpfe gebildet: einer mit den Profiklubs aus den beiden höchsten Spielklassen, einer mit den übrigen Teilnehmern. Gezogen wird über Kreuz, sodass jede Mannschaft aus dem Amateurtopf einen Gegner aus dem Profitopf erhält. Das Heimrecht liegt bei der unterklassigen Mannschaft.
Ab der zweiten Runde werden die Töpfe neu zusammengestellt; das Heimrecht bleibt beim jeweils niedriger klassierten Verein. Sind nur noch Klubs derselben Ebene übrig, entscheidet das Los.
K.o. ohne Wiederholung
Gespielt wird in einem Spiel. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, folgt die Verlängerung, danach das Elfmeterschießen. Wiederholungsspiele gibt es nicht. Das Finale findet unabhängig von den Beteiligten in Berlin statt.
Der Pokalsieger qualifiziert sich für den europäischen Wettbewerb; ist er bereits über die Liga qualifiziert, rückt der Startplatz in der Bundesliga-Tabelle nach.
Warum die erste Runde für Amateurklubs so viel bedeutet
Die Erlöse aus der Fernsehvermarktung werden zentral verteilt, und jede Teilnahme bringt eine sechsstellige Prämie. Hinzu kommen für den gastgebenden Verein die Zuschauereinnahmen eines ausverkauften Spiels — oft in einem größeren Stadion der Umgebung, weil die eigene Anlage die Anforderungen an Kapazität, Sicherheit und Übertragungstechnik nicht erfüllt.
Für viele Klubs finanziert dieser eine Nachmittag einen erheblichen Teil des Jahresetats, mitunter auch Investitionen in Plätze und Jugendarbeit. Der sportliche Ausgang ist dabei zweitrangig — was erklärt, warum in der Auslosung nicht der schwächste, sondern der prominenteste mögliche Gegner erhofft wird.


